Über Pro und Kontra Golfpark
berichtete der Trierische Volksfreund (TV) am 1./2. September 2007. Eine
eiligst einberufene „Bürgerinformation“ zum Projekt auf dem Fellericher Plateau
der Tawerner CDU im Weingut Peter Greif (CDU) sollte interessierten Bürgern
Aufklärung vermitteln.
Weder die Form der „amtlichen Mitteilung“ der Verbandsgemeinde Konz im TV, noch
die Verwendung des Planungsverband-Briefkopfes autorisierte die Veranstalter,
diese eher private Initiative unter der Flagge des Planungsverbandes Golfpark zu
inszenieren. Von SPD-Seite hätte man das nicht gewagt. Es war wiedermals ein
Alleingang von CDU-Fraktionsmitgliedern im Planungsverband.
Auslöser für diese politisch missbrauchte „Informationsveranstaltung“ waren
vermutlich zwei Anlässe:
1. Die August-Ausgabe der SPD-Ortszeitung Tawerer Schänzjer und
2. Eine Open-Air-Veranstaltung vor Ort auf dem geplanten Golfpark mit der Grünen
Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken.
Wie aus der Veranstaltung in Fellerich berichtet wurde, zielten die Aussagen
des Konzer Verbandsbürgermeister Manns (CDU) darauf, kritische Standpunkte zum
Projekt Wohnen auf dem Golf als Anwürfe zu bezeichnen. Aus dem Munde des
Planungsverbandsvorsitzenden,Tawerns Ortsbürgermeister Josef Weirich (CDU),
erklangen Phrasen wie: er habe „kein Verständnis dafür, wenn die Sache in den
Schmutz gezogen“ werde. Beeindruckende Argumentation!
Eine recht merkwürdige Art und Weise mit Bürgerinnen und Bürgern umzugehen, die
anderer Meinung sind. Diese unsägliche Fehleinschätzung von Menschen, die mit
deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein und Rechtsempfinden durchs Leben gehen,
ist mehr als schädlich und hilft nicht weiter.
Könnte es sein, dass etlichen Mitgliedern des Planungsverbandes „Golfpark“
die rechtlichen Grundlagen des Raumordnerischen Entscheids der Oberen
Landesplanungsbehörde nicht wirklich bekannt sind?
Oder glauben Mitglieder des Planungsverbandes, man müsse sich einzig auf die
Aussagen der Projektvorreiter verlassen können und somit sei alles rechtmäßig?
Allein die fast unüberschaubaren Ausmaße und Auswirkungen des Golfparkprojektes auf Ökologie und Ökonomie verbieten es jedem verantwortungsbewussten Ratsmitglied, leichtfertig zu urteilen und abzustimmen. Wenn Franz Görtz, FDP-Fraktionsvorsitzender im VG-Rat, unterstellt, dass „Wir alle versuchen, Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen, dann ist allenfalls seine Wortwahl „versuchen“ beachtenswert. Das Golfprojekt lässt in seiner jetzt geplanten Form jede Forderung nach Ökologie und Ökonomie einfach außer Acht.
Weiter war auf der Weinkellerveranstaltung zu vernehmen, dass man seit mehr als sechs Jahren das Projekt vorangetrieben habe und es auf breite Zustimmung gestoßen sei. Hierzu darf aus SPD-Sicht ausgesprochen werden, dass die Bemühungen der CDU-Fraktion, die SPD „mit ins Boot“ zu nehmen, außerordentlich intensiv waren. Die „breite Zustimmung“ währte aber nur so lange, bis sich Entwicklungen des Golfprojektes abzeichneten, die so stark von der ursprünglichen Zielsetzung abwichen, dass der ohnehin wackelige Konsens kippte.
Kritische Bürgerinnen und Bürger waren wohl nicht so stark in dem
weinkellerversammelten Forum vertreten, sonst hätte Frau Kewes vom TV
höchstwahrscheinlich über eine andere Art von Diskussion berichten können, wie
dies beispielsweise anlässlich des Besuches der Bundestagsabgeordneten Ulrike
Höfken auf dem Fellericher Plateau geschehen war. Auch die Anpöbelungen beim
besagten Open-Air-Termin gegen den dort zur Stellungnahme aufgeforderten
SPD-Fraktionsvorsitzenden im OGR Tawern, Egon Sommer, wäre Stoff für etliche
Zeilen gewesen.
Die Sache wird ihren Lauf nehmen; in den Ortsgemeinderäten Tawern und Temmels
stehen die Beratungen zum Flächennutzungplan an, die anschließend im
Verbandsgemeinderat beschlossen werden sollen. Der Planungsverband wird sich in
absehbarer Zeit mit dem Bebauungsplan „Golfpark – Leben auf dem Golf“ befassen
müssen.