Prag - das Ziel der SPD-Städtetour 2008
Im Trubel der kommunalpolitischen Ereignisse (siehe Beiträge auf dieser
Homepage) wären die schönen Seiten des Alltags fast in Vergessenheit geraten.
Zum Beispiel die diesjährige Städtereise der Tawerner SPD vom 22. bis 25. Mai
nach Prag. Besonders für diejenigen, die bereits im Jahre 2001 die damals noch
als Großbaustelle anzusehende Hauptstadt Tschechiens kennenlernten, konnten
beim ersten Hinsehen die positiven Veränderungen des
prachtvollen schönen Stadtbildes gegenüber der Zeit vor sieben Jahren erkennen. Prag ist nochmal schöner geworden, aber immer noch
von Baustellen beherrscht. Doch auch über die Schattenseiten der Entwicklung
informierte
unsere versierte Stadtführerin Alice H., die uns zwei volle Tage lang die
Schönheiten ihrer Heimatstadt vor Augen führte. Als Dipl. Ing. eher auch in
wirtschaftlichen Zusammenhängen kundig, beschrieb sie die für Normalbürger
Tschechiens überaus deutlich spürbaren sozialen Nachholbedarfe und Defizite, mit
denen sie und ihre Landsleute konfrontiert sind. Die von den Reiseteilnehmern stillschweigend zur Kenntnis genommenen
Beschreibungen machten deutlich, dass die sozialen Verhältnisse für die meistens
Bürger ihres Landes mehr als verbesserungswürdig sind. Wenn auch mit deutlichem
Niveauunterschied gilt in der "Goldenen Stadt" allgemein ähnliches wie hierzulande: Die soziale Entwicklung hält nicht Schritt mit dem wirtschaftlichen
Wachstum des Landes. Die Nöte vieler "normaler" Bürger gleichen - wenn auch auf
deutlich niedrigerem Niveau - denen hierzulande.
Ein verbindender Aspekt Prags zu unserer näheren Heimat: Johann von Luxemburg
(Jan Lucemburský) geb. 10. August 1296; später der Blinde genannt, König von
Böhmen von 1310 bis 1346, Markgraf von Mähren, Graf von Luxemburg und Erbkönig
von Polen, war Vater von Kaiser Karl IV., der die Prager Burg im Jahr
1333 wiedererrichten ließ und 1344 den Neubau der St.-Veits-Kathedrale auf dem
Hradschin begann.
Der Bezug zum Altkreis Saarburg wird durch die Tatsache begründet, dass die
sterblichen Überreste des blinden Königs Johann von Böhmen bis 1946 in Kastel
aufbewahrt waren. Dort in der Schinkelkapelle auf dem Felsvorsprung hoch über
der Saar hatte der Böhmerkönig seine Ruhestätte, bis die Luxemburger ihren
Nationalhelden, den gebürtigen Grafen von Luxemburg, in seine Heimat
zurückholten und ihm die letzte Ruhestätte in der Kathedrale Notre Dame in der
Stadt Luxembourg gaben.
Unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. erblühte Prag als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirtschaftlich, politisch, kulturell und auf vielen weiteren Gebieten. Das Denkmal Karl IV. steht seitlich des Aufganges zur Karlsbrücke an der Altstädter Seite.
Fotoimpressionen aus der Goldenen Stadt Prag (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)