Brückenprojekt Temmels (D) - Mertert/Wasserbillig (L)
Übereinstimmung zwischen luxemburgischen und deutschen Kommunalpolitikern
 

In gemeinsamen Konferenzen luxemburgischer und deutscher Kommunalpolitiker zur Problematik des grenzüberschreitenden Verkehrs im Raum Obermosel verdeutlichten sich übereinstimmende Überlegungen, ein deutsch-luxemburgisches Brückenprojekt zu favorisieren. Ökologisch und ökonomisch dürfte ein Moselübergang zwischen Temmels und Mertert die realisierbare Alternative sein. Dies gilt heute insbesondere, nachdem der Planfeststellungsbeschluss zu dem in der Region seit endloser Zeit diskutierten sogenannten "Moselaufstieg" vom Oberverwaltungsgericht Koblenz im Mai 2005 gekippt wurde. Der umstrittene und von Interessengruppen über viele Jahre verfolgte Brückenschlag im Verlauf der Bundesstraße 51 in Höhe Wasserliesch über die Mosel nach Igel und weiter zur A 64 ist vom Tisch.

Im gelb markierten Bereich könnte eine mögliche Moselüberquerung im Rahmen eines luxemburgisch-deutschen Brückenprojekt entstehen.. Eine eventuelle Standortwahl wird im Falle eines Realisierungsansatzes ausschließlich Sache der Verkehrsexperten, der Brücken- und Straßenplaner und der beteiligten Gemeinden beiderseits der Mosel sein. Die Skizze dient lediglich der Orientierung des Betrachters.
Geobasisdaten (DOP)  © Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz  
02.01.2009; Az.: 26 722-1.401

Binationales Projekt mit EU-Unterstützung
Die seit vielen Jahren angespannte Verkehrslage an der Obermosel mit steigender Tendenz ist nicht erst seit gestern Gegenstand von Überlegungen eines weiteren Brückenschlages in Höhe der Autobahnauf- und abfahrt Mertert/Wasserbillig über den Hafen Mertert auf die deutsche Seite nahe Temmels zur B 419. Die Willensbildung für ein Gemeinschaftsprojekt „zweite Moselbrücke“ dümpelt seit Jahren und wird insbesondere durch das Thema „Moselaufstieg“ zwischen Wasserliesch und Igel-Zewen gern in den Hintergrund gedrängt. Einig war man sich auf beiden Seiten, dass, unabhängig von einem derzeit nicht unrealistischen und bestenfalls in ferner Zukunft realisierbaren Moselaufstieg, ein weiterer Moselübergang eine notwendige Alternative sei. Für dieses binationale Projekt sprächen neben der infrastrukturellen Wirkung besonders die Kostenteilung zwischen Luxemburg und Deutschland und die mögliche Bezuschussung des grenzüberschreitenden Brückenbauwerkes durch die EU. Weil für die Bürger der Stadt Grevenmacher/Lux. auch durch die bevorstehende Erneuerung der bestehenden Brücke Grevenmacher-Wellen keine Lösung des täglichen Stauhorrors erreicht werde, stehe man hier uneingeschränkt hinter dem Plan für einen zweiten Moselübergang, so die Standpunkte der Luxemburger. Gleiches gelte auch für Temmels, so Ortsbürgermeister Mimler, dessen Gemeinde sowohl durch die Verkehrsbelastung auf der den Ort zerschneidenden B 419 als auch mit der alltäglich über viele Stunden rollenden Blechlawine auf der L 136 aus und in Richtung Tawern geplagt sei.
Siehe auch "Deutsch-luxemburgisches Politikertreffen".
"Der große "Kleine Grenzverkehr"

M
odell im Konsens mit Bürgerinitiative
Ein Bericht im "Trierischen Volksfreund" vom 19. Dezember 2008 macht  weitgehende Übereinstimmungen mit den Vorstellungen der Kommunalpolitiker diesseits und jenseits der Grenze deutlich.
So stellte die Initiative des Vereins "Nein zum Moselaufstieg" sinngemäß fest, dass der Bau des "Moselaufstiegs" nach Ansicht des Vereins für beide Orte (Igel und Zewen) den totalen Kollaps bedeuten würde; ganz abgesehen von den ökologischen Auswirkungen. Als Alternative schlägt der Verein vor, den Bau einer Brücke bei Temmels mit Anschluss an die A 64 zu forcieren. Dies sei eine Maßnahme, mit der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen seien: Ein zusätzlicher, finanzierbarer Autobahnanschluss des Saartals, Entlastung für Grevenmacher, Vermeidung ökologischer Risiken.
Da dieser Vorschlag auch von Luxemburger Seite favorisiert werde, sollten auch die deutschen Politiker sich dieser europäischen und klimafreundlicheren Lösung nicht verschließen, so die Meinung des Vereinsvorsitzenden Richard May.  

Es muss sich zeigen, inwieweit sich politischer Wille der Bevölkerung in der betroffenen Region durchsetzt. Dem Modell eines Moselüberganges zwischen Temmels und Mertert/Wasserbillig - von der B 419 kommend - mit direkter Anbindung zur Autobahn A1 / E 44 (auf deutscher Seite A 64) - könnten gegebenenfalls weitere sinnvolle Maßnahmen folgen. Es sind Ideen, die Geld kosten, die aber gemessen an den Kosten für den von CDU und FDP bisher favorisierten "Moselaufstieg" als sogenannte Peanuts bezeichnet werden dürften. Diese Folgemaßnahmen könnten sein: die Neutrassierung der L136 oberhalb von Temmels von Tawern kommend  und eine sogenannte Troglösung (Absenkung der B 419 auf Bahnniveau und Überbauung) für die Ortsdurchfahrt Oberbillig (B 419).

Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich schlicht und einfach darüber im Klaren sein, dass letztlich nur politische Mehrheiten entscheiden, wohin der Weg führt. Besonders in den CDU-dominierten Räten der Gemeinden im betroffenen Obermoselraum und im Verbandsgemeinderat Konz sind die politischen Mehrheitverhältnisse eher geeignet, Vorstellungen der beschrieben Art zu verhindern. Es versteht sich von selbst, dass alle Komponenten der beschriebenen Verkehrslösungen einer vorplanenden Projektierung durch Fachleute bedürfen. Es muss deshalb zunächst Aufgabe unserer Landes- und Bundespolitiker sein, hier die notwendigen Anstöße zu übergeordneten binationalen Initiativen zu geben. Die Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 in Rheinland-Pfalz und die Bundestagswahl und Europawahl am 27. September 2009 sind Stichtage für die Bekundung des Wählerwillens.

Festzustellen bleibt: der "Moselaufstieg" und auch angedachte Verbindungen in Trier zur A 64 (ohne neue Moselbrücke) sind Modelle, die in erster Linie wirtschaftlichen Überlegungen folgen.  Der Moselübergang Temmels-Mertert/Wasserbillig wäre ein Projekt für die Bürger und Arbeitnehmer des Saar-Obermoselraumes mit Nutzen für die regionale Wirtschaft.