Faktencheck zu "plateau27"
Mit diesen beiden
Schlagsätzen müsste das Projekt Golfpark Tawern/Temmels eigentlich seit Ende
2009 begraben sein. Wenn es aber um so viel Geld geht, treten andere Mächte auf
den Plan. Nach anfänglichen 80 Millionen Euro, dann 180 Millionen und nach
weiterer phantastischer Steigerung auf 220 Millionen sind es heute angeblich
wahnsinnige 300 Millionen Euro Investitionssumme für das Wohnungsbauprojekt auf
dem Fellericher Plateau; nachzulesen in der Bürgerinfo der
"plateau27"-Aktivisten vom August 2010; und das auch noch bei nur 300 geplanten
Wohneinheiten statt der ursprünglichen 400. Wenn der Spuk nicht bald beendet
ist, wird man wohl demnächst die halbe Milliarde Euro aufbieten.
Von diesen Traumsummen müssten doch, wenn das Projekt dem Wohl der Allgemeinheit
dienen soll, problemlos ein paar Milliönchen für die beteiligten und betroffenen
Gemeinden locker gemacht werden können. So könnte man seitens der Investoren
angesichts des traumhaften Investments(?) von 300 Millionen der Gemeinde Tawern
z.B. 10 Millionen und dem kleineren Temmels angemessene 5 Millionen Euro für
gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen. Pluspunkte bei den bereits heute
durch die Verkehrbelastung gebeutelten Temmelser Bürgerinnen und Bürger hätte
auch die Finanzierung einer neuen Trassenführung der L 136 um den Ortskern
Temmels herum gebracht. Für das etwa gleichgroße Baugebiet "Auf Mont" in
Wincheringen hat ein Investor da ganz andere Zugaben spendiert. Auf dem
Fellericher Plateau lässt man nichts unversucht, auf billigste und rechtswidrige
Weise Baurecht durchzusetzen. Trotz des forschen Auftretens der politischen
(CDU) als auch der privaten Golfparkgestalten wird denen die verflixte deutsche und rheinland-pfälzische Rechtsordnung
hoffentlich den Weg zeigen.
Bebauungsplan gem. § 2 Abs. 1
BauGB der Ortsgemeinde Tawern, Teilgebiet „Golfpark Tawern – Temmels, Teil 1
Tawern
Losgelöst vom
früheren Planungsverband Tawern/Temmels hat die Gemeinde Tawern nun einen
eigenen Bebauungsplan aufgestellt. Mit diesem Akt hoffen die CDU-Vorkämpfer in
Tawern und im Konzer Rathaus ihren als Golfpark getarnten Wohnungsbau doch noch
durchsetzen zu können. Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion im Tawerner Rat
setzten die christdemokratischen Ratsmitgliedern mit 9 Ja-Stimmen gegen die 7
Nein-Stimmen der SPD den Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Behörden
gem. § 4 Abs. 1 BauGB und der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB durch.
Warum bis heute im Ortsgemeinderat Tawern keine Erörterung der Anregungen und
Einwendungen zu der verkürzten Offenlage stattfand ist nicht erklärbar.
An der erneuten einmonatigen Offenlage gemäß Baugesetzbuch § 3 Absatz 2 und § 4
Absatz 2 geht allerdings nichts vorbei, die Anregungen und Einwendungen bleiben
bis dahin bestehen.
"plateau27"
plateau steht für
Fellericher Plateau; die 27 beschreibt die Anzahl Löcher für den Golfplatz. Im
August 2010 kam "plateau27" auf den Plan. Folgt man der im August 2010 in Tawern
und Temmels verteilten Bürgerinfo zu "plateau27", dann hat sich in den letzten
Monaten einiges geklärt, das bisher doch schon klar zu sein schien. Ein neues
Schallgutachten bescheinigt den Temmelsern aber nun, dass es wohl an einigen
Stellen im Moseldorf, aber auch in Tawern etwas laut hergeht. Außerordentlich
ehrlich wird dann sinngemäß dargestellt, dass auch ohne "plateau27" die
Lärmpegel in Temmels so hoch sei, dass Maßnahmen zur Verbesserung der jetzigen
Situation zwingend zu empfehlen wären. Auch in Tawern seien die Lärmzuwächse so
geringfügig, dass man sie einfach vernachlässigen könnte. Soll heißen, das
bisschen mehr Lärm und Verkehr macht dann den Bock nicht fett. Die Antwort auf
die Frage, warum das Lärmschutzgutachten erst nach Ablehnung durch die Gemeinde
Temmels veröffentlicht wurde, bleibt die Broschüre schuldig.
Wasserversorgung
Wasser für die
Golfplatzbewässerung ist jetzt überraschend auch da. Das Grundwasser will
man nicht anrühren. Der Grund: Die noch vor nicht allzu langer Zeit mittels
Probebohrungen versuchte Wassergewinnung durch Anzapfen der regionalen
Grundwasservorräte scheiterte. Das alte neue Konzept sieht jetzt neben dem
Auffangen von Regenwasser in begrünten Mulden des geplanten Golfplatzes eine
ganz neue Lösung vor. Bergwasser aus dem Kalkbergwerk Wellen, das bisher
ungenutzt in die Mosel läuft, soll zu den Teichanlagen auf dem Fellericher
Plateau geleitet werden. Glaubt man den Autoren der Bürgerinfo, dann ist das
Wasserversorgungskonzept von "plateau27" ökologisch und ökonomisch überzeugend.
Wunderlich ist nur, dass im Zusammenhang mit dem geplanten Bergversatz
(Entsorgung von Industrieabfällen) im St. Josefstollen immer die Rede vom
trockenen Stollen war. Aus diesem trockenen Stollen soll nun das Wasser für den
Golfpark fließen? Komisch!
Der Autor dieses Beitrags,
Egon Sommer, Vorsitzender des SPD-OV Tawern und Vorsitzender des
SPD-Gemeindeverbandes Konz, hat als Bürger der Gemeinde Tawern im Rahmen der
Offenlage des Bebauungsplanes Golfpark Tawern - Temmels, Teil 1 Tawern
die bisher bestehenden rechtlichen Bedenken zu dem Projekt zusammengefasst und
in Form von Anregungen und Einwendungen dargelegt.
Den Wortlaut
finden Sie hier.
Wer aber nur im Entferntesten annimmt, dass die CDU-Mehrheit im
Ortsgemeinderat Tawern auch nur einem dieser Argumente stattgeben wird, muss
sich gedulden bis zur Erörterung. Die Vorhersage lautet: Alle Punkte werden als
gegenstandslos abserviert werden; alles ist rechtens, wie bei allen bisherigen
Erörterungen zu Offenlagen von Golfplatz-B-Plänen. Aus CDU-Sicht dient ja alles
dem Wohl der Allgemeinheit.