Über Mosel und Sauer zur Autobahn
Kleine Lösung mit großer Wirkung
von Egon Sommer, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes Konz

Diskussionspapier:
Statt Moselaufstieg könnten zwei bautechnisch wenig komplizierte und kostenmäßig überschaubare Brückenbauwerke das regionale Verkehrsproblem lösen oder zumindest deutlich entschärfen.

Deutsch-luxemburgische Gespräche, zuletzt am 11.02.2010, zwischen SPD-Politikern aus dem grenznahen Raum Konz auf deutscher Seite und Vertreter der luxemburgischen Sozialisten (LSAP) bis zur ministeriellen Ebene haben sich während der letzten drei Jahre in verschiedenen Treffen mit der Verkehrssituation im regionalen grenzüberschreitenden Bereich befasst. Als Hauptursache des täglichen Verkehrsdilemmas ist in erster Linie das Fehlen einer weiteren Moselbrücke zwischen Trier (Adenauerbrücke) und Grevenmacher (Grenzbrücke Wellen/Grevenmacher) erkannt worden.
Die Verkehrssituation in der Region ist durch zwei Engpässe geprägt: Die Stadt Trier, die den Durchgangsverkehr zur Autobahn verkraften muss und der Obermoselbereich von Konz bis Grevenmacher, der durch den geballten täglichen Berufspendlerstrom und den regionalen grenzüberschreitenden Individualverkehr über die Mosel zum täglichen Verkehrs- und Aggressionsstau führt. Jetzt, da der bisherigen ziemlich einseitigen Diskussion um den Moselaufstieg durch das Nein der neuen Landesregierung das Ende bereitet wurde, bietet sich vielleicht Raum für bereits in früheren Jahren angedachte Lösungsansätze. Heiner Monheim, Professor für Angewandte Geographie, Raumentwicklung und Landesplanung an der Universität Trier hat es am 18. Mai in einem EXTRA des Trierischen Volksfreund kurz und bündig beschrieben: „Jede neue Umgehungsstraße zieht zusätzlichen Verkehr an und löst das Problem nicht. Außerdem haben wir schon kein Geld, um die bestehenden Straßen einigermaßen zu erhalten.“ Monheims Feststellung trifft zu. Im selben EXTRA stellte Landrat Schartz fest: „Der Verkehr nimmt weiter zu [...] . Zu Moselaufstieg und Nordumfahrung gibt es keine Alternative. Fakt ist jedoch:

  1. Moselaufstieg und Nordumfahrung würden nicht gewollten zusätzlichen Güterverkehr über die B 51 anziehen.
  2. Eine Entlastung der vorhandenen regionalen Verkehrswege nach und von Luxemburg würde nicht eintreten.

Man sollte sich deshalb endgültig von dem landschaftsfressenden und umweltbelastenden Brücken- und Straßenprojekt, das in der Tat zusätzlichen Güterverkehr aus dem Südwesten Deutschlands und auch aus Lothringen anziehen würde, verabschieden und den Blick auf Lösungen für das alltägliche chaotische Verkehrsgeschehen im Grenzraum zwischen Konz-Obermosel und Luxemburg richten.

 
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Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

 

 


Deutsch-luxemburgische Gespräche
Abseits des jetzt endgültig verworfenen Moselaufstieges sind in den vorgenannten deutsch-luxemburgischen Gesprächen zwei Konzepte zur Moselüberquerung erörtert worden. Von einer Moselbrücke ausgangs Temmels' in Richtung Oberbillig über den luxemburgischen Moselhafen Mertert/Wasserbillig zur Autobahn A1, war eher unterschwellig die Rede. Die Überspannung von Mosel und Hafen Mertert mit neuer Autobahnauffahrt, sowie aufwändiger Anbindung auf deutscher Seite wegen fehlendem Platz für den Brückenkopf (B 419 und Bahn) hätte die Kosten selbst bei hälftiger Beteiligung Luxemburgs in enorme Höhen getrieben. Dem Vernehmen nach soll diese Variante bereits von einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe wegen ungünstiger Kosten-Nutzenrechnung verworfen worden sein. Sie galt als frühe Alternative zum  Moselaufstieg von der B51 zwischen Konz und Wasserliesch zum nördlichen Moselufer und weiter zwischen Igel und Trier-Zewen zur Autobahn A 64.


Das Modell

Eine nicht ganz neue aus den sechziger Jahren stammende Idee könnte als „Kleine Lösung“ mit großer Wirkung und ökologisch und ökonomisch vertretbarem Aufwand als neue Planungsgrundlage Beachtung finden. In der verlinkten Skizze ist der Verkehrsfluss über die bestehende Straßeninfrastruktur dargestellt. Ein Brückenbauwerk von der B 419 zwischen Wasserliesch und Oberbillig zur anderen Moselseite in Höhe Löwener Mühle führte zu einer Verknüpfung der B 419 mit der B 49. Weiterführung des Verkehrs auf der B 49 Richtung Grenzübergang Wasserbillig, dort jedoch weiter auf deutscher Seite über die B 418. Ein zweites Brückenprojekt vor Langsur über die Sauer führte unmittelbar zur Autobahnauffahrt A1/A64, Wasserbillig - Wolfsmühle/Wollefsmillen. Diese Anbindung des Raumes Saarburg, Konz und Obermosel an die Autobahn A1/A64 würde nicht nur den Berufspendler- und Individualverkehr des Verdichtungsraumes entzerren; auch für den avisierten Ausbau des grenzüberschreitenden ÖPNV stünden deutlich kürzere Wegstrecken zur Verfügung. Auch die Stadt Trier könnte durch die zusätzliche Anbindung vom Last- und Güterverkehr aus dem regionalen Raum spürbar entlastet werden.

 

Der Reiz dieses Modells könnte in folgenden Betrachtungen liegen:

Die Verkehrsexperten in der Region sind gefragt.